Vorgehen bei Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus (COVID-19)

Aktuelle Informationen für Arztpraxen, 06.04.2020

Aktuelles

Wir haben beim Eingang Nord eine Triagestation für Erwachsene und Kinder mit Verdacht auf COVID-19-Infektion in Betrieb genommen. Diese ist 7 Tage von 8 bis 22 Uhr geöffnet.

Die COVID-19-Infektionen haben sich in der Schweiz inzwischen so stark ausgebreitet, dass eine epidemiologische Falldefinition keinen Sinn mehr macht. Jede Person, die sich in der Schweiz aufhält, könnte in den letzten Tagen exponiert gewesen sein. Das bedeutet, dass jede akute Infektion der Atemwege durch SARS-CoV-2 bedingt sein könnte.


Folgende Fragen sollten geklärt werden, um die Notwendigkeit einer Abklärung mit virologischer Diagnostik am KSW einzuschätzen:

  1. Wie krank ist die Patientin, der Patient? Gehört sie/er zu einer Risikopopulation für eine schwere Erkrankung? (Alter >65 Jahre; chronische Lungen- oder Herzkrankheit, Diabetes, Hypertonie, Immunsuppression, Neoplasie)?
  2. Welcher Tätigkeit geht sie/er nach? Handelt es sich um eine epidemiologisch «heikle» Tätigkeit? (Gesundheitsberufe, Alters- und Pflegeheime, Lehr- und Betreuungspersonen etc.)

Vorgehen

  1. Eine Testung ist nicht nötig
    Patientinnen und Patienten ohne Risikofaktoren/Vorerkrankungen, mit einem milden Erkrankungsverlauf (=Erkältung), die keine epidemiologisch «heikle» Tätigkeit ausüben, können ohne Test zu Hause symptomatisch behandelt werden. Sie sollten mindestens 10 Tage in Selbstquarantäne bleiben, 48 Stunden symptomfrei sein, bevor sie zur Arbeit und ins öffentliche Leben zurückkehren.
  2. Testung ist indiziert (Risikofaktoren, epidemiologische Gründe), Patientin/Patient ist nicht schwer erkrankt
    Testung zwischen 8 und 22 Uhr in der Triagestation, Eingang Nord. Es ist keine Voranmeldung nötig.
  3. Schwer erkrankte Patientinnen und Patienten können selbstverständlich immer kommen!
    Telefonische Voranmeldung im Notfallzentrum unter der bekannten Telefonnummer des Dienstarztes.
  4. Andere relevante Erkrankungen
    Patientinnen und Patienten, die gemäss Ihrer Triagierung als zuweisende Ärztin/zuweisender Arzt mit hoher Wahrscheinlichkeit stationär aufgenommen werden müssen, werden weiterhin über das Notfallzentrum betreut (Anmeldung unter der bekannten Telefonnummer).

Wichtig – zu beachten:
Bitte senden Sie keine Patientinnen und Patienten ans Notfallzentrum des KSW, ohne sie vorher telefonisch anzumelden.

Informieren Sie Ihre Patientinnen und Patienten, dass sich der Triage-Pavillon draussen befindet und sie sich dem Wetter entsprechend kleiden sollen.

Unser Sprechstundenbetrieb ist derzeit wegen erhöhtem Personalbedarf teilweise eingeschränkt. Dadurch kann es zu Verzögerungen bei nicht dringlichen Patiententerminen kommen.


Dokumente zum Coronavirus (COVID-19)

Wir haben für Sie die wichtigsten Dokumente zum Herunterladen zusammengestellt.

Link: Downloadbereich


Aktueller Stand am KSW vom 06.04.2020

  • 1771 Verdachtsfälle
  • 128 bestätigte Fälle
  • 32 Patientinnen und Patienten mit COVID-19 hospitalisiert

Bezüglich Übertragung und Selbstschutz gibt es folgende Priorisierung

1. Tröpfchen

  • Eine chirurgische Maske für HCW und Patient/-in
  • Brille (am besten Schutzbrille) für HCW (kann desinfiziert werden) insbesondere dann, wenn ein Abstrich gemacht wird (dann hat Patient/-in ja keine Maske auf)

2. Kontakt

  • möglichst wenig anfassen und anfassen lassen
  • Patientenuntersuchung auf das Notwendigste beschränken
  • Patientenuntersuchung mit Handschuhen und Mantel, Wechsel von Mantel zwischen Patientinnen und Patienten nur, wenn enger Kontakt stattgefunden hat (=direkte, spürbare Berührung oder mit Sekreten)

3. Aerogen (weniger relevant) / COVID-19-Behandlungszimmer

Kurzes, intensives Lüften des Raumes und gleichzeitige Oberflächendesinfektion von allem, was mit den Patientinnen und Patienten direkt in Berührung gekommen ist. Sobald Desinfektion stattgefunden hat, kann Lüftung beendet werden à nächster Patient/-in.

Falls logistisch möglich, ein COVID-19-Behandlungszimmer bestimmen mit möglichst spartanischer Einrichtung, um einfache Desinfektion zu ermöglichen.

  • Untersuchungsutensilien im Raum lassen und zwischen Patientinnen und Patienten desinfizieren
  • Dokumentation komplett ausserhalb dieses Zimmers
  • Telefonisch angemeldeter Verdachts-Patient/-in geht direkt mit Maske in dieses Zimmer und wartet dort, bis ihr Zeit habt
  • wenn andere COVID-19 Verdachts-Patienten/-innen warten müssen, am besten ausserhalb des Hauses (Unterstand oder so) und nicht im normalen Wartezimmer

4. Verdachtskriterien sind erfüllt

Sind die Verdachtskriterien einer Infektion mit COVID-19 erfüllt, entscheiden Sie gemäss klinischem Zustand und obiger Risikostratifizierung, ob eine Zuweisung zur Abklärung und Behandlung indiziert ist. Falls ja, kontaktieren Sie das KSW über die oben genannten Kanäle.

5. Transport von Patientinnen und Patienten

Organisieren Sie gegebenenfalls den Transport der Patientin/des Patienten zum Spital gemäss den kantonalen Empfehlungen (Selbst- resp. Angehörigentransport oder Transportdienst des Kantons; KEIN ÖV oder Taxi).

6. Quarantäne

Allenfalls Isolierung resp. Quarantäne zu Hause mit sachgemässen Anweisungen.

7. Meldung der  Verdachtsfälle

Die Meldung der Verdachtsfälle an den Kantonsarzt / BAG erfolgt durch das ausführende Diagnostiklabor.


Informationen des BAG

Informationen für die Bevölkerung und für besonders gefährdete Menschen, für die Arbeitswelt und für Gesundheitspersonen finden Sie unter:

Webseite des BAG – neues Coronavirus


Informationen der Gesundheitsdirektion Kanton Zürich

Informationen zur aktuellen Situation im Kanton Zürich für die Bevölkerung und für Personen im Gesundheitswesen finden Sie unter:

Webseite der Gesundheitsdirektion Kanton Zürich – Coronavirus