WALANT-Anästhesie: Neues Lokalanästhesieverfahren in der Handchirurgie

Neuerdings wird in der Handchirurgie am KSW das Verfahren der WALANT-Anästhesie («wide awake local anesthesia no tourniquet») angewendet. Am häufigsten kommt dieses Verfahren aktuell bei Karpaldachspaltungen, Ringbandspaltungen und Spaltungen des ersten Strecksehnenfachs zur Anwendung. Möglich ist jedoch auch die Durchführung von Tenolysen oder motorischen Ersatzoperationen in dieser Anästhesieform, wodurch eine intraoperative aktive Mobilisation und Erfolgskontrolle möglich wird.

Die WALANT-Anästhesie hat in den letzten Jahren aufgezeigt, dass die Verwendung von Epinephrin zur Vasokonstriktion in der Handchirurgie sicher ist. Das Verbot der Verwendung von Vasokonstriktiva an der Hand, das seit dem letzten Jahrhundert galt, ist somit obsolet geworden. Für die Entstehung von Akrennekrosen wurde das Epinephrin fälschlicherweise angeschuldigt, denn diese Komplikation beruhte – wie man heute weiss – auf der Wirkung des Procains bzw. seiner unsachgemässen Lagerung. In erster Linie erlaubt die Beimischung von Epinephrin zum Lidocain die Durchführung von operativen Eingriffen unter Lokalanästhesie ohne Herbeiführen einer Oberarmblutleere, was den intraoperativen Patientenkomfort deutlich erhöht. Diese neue Anästhesieform wird von den Patienten wegen der geringeren Schmerzen bei der Applikation und des Verzichts auf die Oberarmblutleere als deutlich angenehmer empfunden.

Ansprechpersonen

Dr. med. Abdul Rahman Jandali
Chefarzt
Klinik für Hand- und Plastische Chirurgie

Tel. 052 266 24 26
Fax 052 266 20 43

abdulrahman.jandali@ksw.ch

 

Dr. med. Julia Sproedt
Leitende Ärztin
Fachbereichsleitung Handchirurgie
Klinik für Hand- und Plastische Chirurgie

Tel. 052 266 24 20
Fax 052 266 24 53

julia.sproedt@ksw.ch