Neuigkeiten aus dem Gefässzentrum

Endovenöse Varizentherapie – Thermoablation mit Radiofrequenz- oder Lasersonde

Knie mit Buntstift markiert

Vor mittlerweile zwei Jahren wurde die endovenöse Varizentherapie vom BAG in den Grundleistungskatalog aufgenommen. Nach intensiven Verhandlungen zwischen Fachgesellschaft und Kassen konnte 2017 ein Tarif gefunden werden. Die Hitze-Therapie der Stammvenen kann bei sehr vielen Varizen-Patienten angewendet werden, ist minimalinvasiv und wird in lokaler Anästhesie auch beidseitig ambulant durchgeführt.

Seit über zehn Jahren wird diese minimalinvasive Varizentherapie am KSW für Selbstzahler angeboten. Dank der Kostenübernahme durch die Krankenkassen wird diese Therapie nun deutlich häufiger angewendet. Von den jährlich rund 350 Varizen-Eingriffen wurden im Jahr 2017 bereits ein Drittel endovenös durchgeführt.

Bei der herkömmlichen chirurgischen Therapie wird die betroffene Stammvene in der Leiste respektive der Kniekehle unterbrochen und unter Narkose oder Lumbalanästhesie durch Stripping entfernt. Bei der minimalinvasiven Varizentherapie wird die Stammvene unter örtlicher Betäubung durch einen Hitzekatheter verschlossen, aber nicht entfernt, wodurch der bisher notwendige Schnitt in der Leiste oder der Kniekehle entfällt. Beim gleichen Eingriff werden die Seitenastvarizen durch Miniphlebektomie entfernt, ebenfalls unter Lokalanästhesie.

Vorteile dieser Methode sind:

  • örtliche Betäubung
  • kein Schnitt in der Leiste oder der Kniekehle
  • minimalinvasiv und somit schonender
  • auch bei beidseitigen Varizen ambulant möglich
  • keine postoperative Überwachung nötig
  • kostengünstiger
  • Die Arbeitsfähigkeit ist meist schon am nächsten Tag wieder gegeben.

Die Methode kann selbst unter Antikoagulation angewendet werden, wobei in diesem Fall auf die Phlebektomie verzichtet werden muss.

Wann wird welche Methode angewendet?

Spezialisten klären jeweils individuell ab, welche der beiden Methoden sich besser eignet. Bei sehr schlanken Patienten mit oberflächlich liegenden Venen können bräunliche Verfärbungen entstehen. Deshalb operieren wir in einem solchen Fall meist konventionell. Auch für Patienten mit stark geschlängelten Stammvenen oder grosskalibrigen in die Crosse einmündenden Ästen eignet sich die minimalinvasive Methode weniger gut. Die Rezidivrate ist bei beiden Verfahren vergleichbar.

Angemeldet werden können Patienten beim Sekretariat des Gefässzentrums:

 

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