Maiausflug vom 22. Mai 2014

Extrapost – unterwegs mit den KSW-Pensionierten

Im Hauptbahnhof um 9 Uhr morgens in der Schalterhalle ist die kribbelige Spannung zwischen Vorfreude und Organisationsabläufen spürbar. Das Stimmengewirr steigt mit jedem Eintreffen eines Mitglieds der 35-köpfigen Reisegruppe – darunter etliche Langjährige, aber auch erfreulich viele Neupensionierte aus allen näheren Regionen um Winterthur. Unsere beiden erprobten Leiterinnen Claire und Trudi kontrollieren die Teilnehmerliste, kleben Namensstreifen an unsere Hemden oder Blusen und entrollen das «Follow me»- Fähnchen. Zur Abfahrt der S12 nach Zürich besetzen die 35 Ausflügler die noch freien Abteile, weiterhin in lebhafte Gespräche verwickelt. Bei der Ankunft im HB Zürich ist noch eine leichte Anspannung bei den Organisatorinnen vorhanden, denn es gilt noch, die quirlige Gruppe vollzählig, immer dem Fähnchen nach, zu den Geleisen der Sihltalbahn zu führen. Von Adliswil aus gondeln wir in zwei Gruppen mit der einzigen Luftseilbahn im Kanton Zürich zur Felsenegg hinauf – der Sonne entgegen.

Hier angekommen, legt ein Teil der 10-köpfigen Männergruppe auf dem Albishöhenweg wegen akuter Kehlentrockenheit gleich ein zügiges Tempo vor. Die anderen spazieren gemütlich hinterher. Bei angeregten Gesprächen in stets wechselnden Gruppierungen erleben wir alle eine unterhaltsame, lustige und schöne Frühsommerwanderung. Die Zeit vergeht schnell beim eindrücklichen Ausblick auf den Zürichsee, ins Knonaueramt und auf die im Dunst stehende Alpenkette. Auf der Buchenegg können die durstigen Männer ihre Kehlen wegen unklarer Öffnungszeiten nicht in einem der Gasthäuser anfeuchten. Eine kurze Rast hier bringt aber die ganze Gruppe wieder zusammen, so dass sie sich dank den angebotenen Picknickflaschen doch noch Linderung verschaffen können. Vom Etappenziel trennen uns noch abwechslungsreiche Abschnitte des durch den tiefgrünen Wald der Albispasshöhe führenden Höhenweges.

Beim Mittagessen im Gasthaus auf der Passhöhe freuen wir uns über das Eintreffen der sechs noch fehlenden Teilnehmerinnen. Diese Damen sind mit der Eisenbahn und dem Postbus etwas körperschonender gereist. Unter Sonnenschirmen tafeln wir genüsslich an drei langen Tischen auf der Terrasse. Ein feines Essen mit prachtvollen Dessertkreationen zum Abschluss. Alle geniessen das lockere und interessante Zusammensein.

Der weitere Ablauf der Reise beginnt mit der Sichtung der herannahenden «Extrapost». Komfortabel werden wir im modernen Gelenk-Postauto nach Thalwil hinüber und zum See hinunter gefahren. Die unterwegs zugestiegene Schulkinderschar unterhält uns mit Berichten über ihre Erlebnisse im Tierpark Langnau. Als wir an der Schifflände angekommen sind, ändert sich die Wetterlage sehr rasch. Dunst und Wellengischt liegen über dem See, der Wind frischt auf, und einzelne Sturmwarnlichter blinken orange. Verteilt auf die Decks des Zürichseeschiffes, lassen wir unsere Haare vom Wind zerzausen und erfreuen uns an weiteren Gesprächsthemen aus allen Bereichen des Lebens. Die Landung am Steg beim Bürkliplatz gestaltet sich im wahrsten Sinne des Wortes schlagartig und schwankend. Gegenseitig unterstützende Arme und Hände sind angebracht und hilfreich.

Hier trennen sich unsere Wege. Einige Menschen fahren mit dem Tram, andere schlendern zur Bahnhofstrasse oder über die Quaibrücke zum Bahnhof Stadelhofen. Fast die komplette Männerfraktion taucht ins «Dörfli» ab, weil sie schon lange nicht mehr dort war!

Mit einem herzlichen Dank an die organisierenden Damen freue ich mich mit vielen weiteren Mitgeniesserinnen und Mitgeniessern auf unseren Herbstausflug am 25. September 2014.

Giorgio Wenner