«KSW – Kommen sicher wieder»

Pensioniertenzusammenkunft vom 14. November 2017

Anni Behr

«Grüäzi mitänand, ihr Lüüt von Noh und Fern,
vo Winterthur, Schaffhusä und vom Kanton Bern.
163 Lüüt träffäd sich do im KSW,
dä Winter isch nümä wiit, bald git’s Schnee.
Äs isch nid sälbverständlich, das mir hüt
üs törfäd träffä, so än Hufä Lüüt.
Drum möchtet mir tankä vo ganzem Härzä,
mir Pensioniertä chömäd gärn wider, mit oder ohni Schmärzä.
Mängs vo üs Altä hät aaträttä di letschti Reis
und isch nümä bi üs i däm grossä Chreis.
Doch Frischpensionierti sind gstossä zu öis,
herzlich willkommä, mir alli sind gspannä uf Nöis.
Wider verzellt dä Diräkter, was so got a üsäräm einschtigä Arbetsort,
wo mä no alli kännt hät und mä gwächslät hät mängs Wort.
Und dänn chunt dä Herr Gisi, dä Leiter vo dä Physiotherapie,
und redt über d Bewegig im Alter, das söll wahnsinnig gsund sii.
Jetzt han ich gnuäg gredt, s Mikrofon got an Schef vo däm Huus,
jetzt wird’s spannend, ich hoff, das s nid zvill würt und mir no chömäd drus.»

So wurde die grosse Schar der Pensionierten begrüsst, nachdem sie bereits mit Kaffee und Konfekt verwöhnt worden war. Direktor Zehnder beschränkte sich auf die grossen Dinge, welche das KSW 2017 betrafen. Im Zentrum stand die tiefe Baugrube vor dem Hochhaus. Seit gut zehn Jahren wird geplant, und nun wird die riesige Baustelle von Besuchern und Patienten interessiert beobachtet. Besonders die kleinen Patienten der Kinderklinik sind fasziniert von den verschiedenen Baggern und Kränen. Sogar eine «Betonfabrik» steht auf dem Baugelände, damit möglichst effizient gearbeitet werden kann. Fast 20’000-mal fuhren Lastwagen auf die Baustelle, um die Erde wegzuführen. Das erste «Loch» wurde bereits geschlossen, darunter liegt ein zweistöckiges Parkhaus. Neben dem grossen Bauplatz muss noch ein neuer Heli-Landeplatz eingerichtet werden, da die Vorschriften und die Grösse der Helikopter sich verändert haben.

Patient bleibt im Zentrum

Ein weiteres wichtiges Ereignis des Jahres war die Inbetriebnahme der neuen Radio-Onkologie. Von aussen sieht man nur ein einfaches Gebäude. Der grösste Teil seines Innenlebens liegt unter der Erde, wo die Bestrahlungspatienten behandelt werden. Nach langem Hin und Her wurde eine Apotheke eröffnet, die es den Patienten ermöglicht, nach ihrer Entlassung die verordneten Medikamente abzuholen. Selbstverständlich erwähnte Herr Zehnder auch die Abstimmung zur KSW AG. Nach dem Nein der Stimmberechtigten wäre es falsch, den Kopf in den Sand zu stecken; unser Spital muss schneller entscheiden können. Ich kann mir vorstellen, wie zähflüssig die Gespräche zwischen den verschiedenen Parteien verlaufen.

Und wie sieht es mit der Pflege der Patienten und der Aufenthaltsdauer aus? Durch den Neubau gibt es nicht mehr Betten. Aufgabe des Spitals ist es, die Patienten zu behandeln; die Genesung kann in einer Institution mit dem Angebot der Übergangspflege erfolgen. Dadurch kann die Aufenthaltsdauer weiter verkürzt werden.

Zwischendurch wurden wir von Giorgio Wenner über die Pensioniertenorganisation orientiert. Seit 25 Jahren gibt es dieses jährliche Treffen der Pensionierten im KSW. Mit der Zeit wurden auch ein Frühlings- und ein Herbstausflug angeboten, und zu guter Letzt treffen sich einige Pensionierte jeden Monat im «Neumarkt» zum Stamm. Heute organisieren Claire Haller, Trudi Muggli und Giorgio Wenner diese Anlässe. Frischpensionierte sind immer herzlich willkommen. Die Angebote werden in der Hauszeitung und im Internet publiziert.

Vielfältige Physiotherapie

Zuletzt wurden wir von David Gisi, Direktor des Instituts für Physiotherapie, über den vielfältigen Einsatz der Physiotherapie im Spital orientiert. Er führte uns durch einen Arbeitstag der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es ist heute eine Selbstverständlichkeit, dass die Physiotherapeutin bei der Arztvisite dabei ist. So erfährt sie an Ort und Stelle alles über die Therapievorschläge und kann sich auch dazu äussern. Die enge Zusammenarbeit mit den Ärztinnen und Ärzten ist in vielen Fällen sehr wertvoll. So kann ein Kniegelenk schon in Narkose wieder aktiviert oder ein Patient mit Schluckstörungen nach seinem Aufenthalt in der Stroke Unit physiotherapeutisch behandelt werden. Wichtig sind die ambulanten speziellen Therapien, die auch in Gruppen durchgeführt werden. Lungenkranke mit COPD werden angehalten, sich regelmässig zu bewegen. Einmal im Jahr unternehmen die Patienten zusammen mit Arzt und Therapeuten einen Ausflug (im Jahr 2017 auf den Chäserrugg). Die Bewegungstherapie motiviert die Patienten und zeigt ihnen auf, was sie trotz Krankheit unternehmen können. Vieles wäre noch zu erwähnen: Gangroboter, Gleichgewichtstraining und Sturzprophylaxe, die Games bei Lumbovertebralsyndrom und die Bewegungstherapie für die Schulter nach einer Lartajet-Operation.

Fazit: Aus der einstigen Physiotherapie, bestehend aus Fango, Wickeln und Massagen, hat sich eine hochspezifische Therapie entwickelt, die dank der Koordination mit Ärzten und Pflege eine optimale Behandlung der Patienten ermöglicht.

In Bewegung bleiben

Und was sollten wir «Alten» tun, um unsere Fitness zu bewahren? Wir erhielten von David Gisi keine Rezepte; er konnte uns aber davon überzeugen, dass Bewegung im Alter wichtig ist. Tun Sie die Dinge, die Ihnen Spass machen: Gartenarbeit, Fitnesszentrum, Wandern und sich täglich bewegen. (Anmerkung der Schreibenden: Legen Sie sich einen Hund zu, dann müssen Sie bei jedem Wetter nach draussen!) Das kleine Wanderbuch «Spazieren als Therapie» vom KSW soll uns dazu motivieren, die Natur rund um Winterthur zu entdecken.

Nach einem wunderbaren Nachtessen zerstreuten sich die 163 Pensionierten in alle Himmelsrichtungen. Einen herzlichen Dank an alle, die bei der Durchführung des Nachmittags mitgewirkt haben. Wissen Sie überhaupt, was KSW für uns Pensionierte heisst? Kommen sicher wieder

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