After

Abzsesse im Bereich des Anus

Diese sind insgesamt häufig und durch die vielfältigen Ursachen in Abklärung und Therapie nicht einheitlich. Von Patientinnen und Patienten wird hier im Sinne des Wortes Patient (der Geduldige) viel Geduld gefordert, denn das Ausheilen kann lang dauern.

Ursachen

Als ursächlich können einfache Entzündungen von Haarwurzeln im Analbereich, verstopfte Analdrüsen, die sich dann in der Tiefe entzünden und Fisteln (Entzündungsgänge durch das Gewebe, siehe eigenes Kapitel) bilden können oder auch entzündliche Darmerkrankungen wie der Morbus Crohn angesehen werden.

  • Häufigkeit

    Insgesamt sind Abszesse ein häufiges Krankheitsbild, welches leider auch einen wiederkehrenden Charakter hat und Patientinnen und Patienten über längere Zeit beschäftigen kann.

  • Symptome und Beschwerden

    Typisch sind Schmerzen im Bereich der Entzündung, ab und an auch während des Stuhlgangs und in schwereren Fällen auch zusätzliches Fieber. Manchmal bricht ein Abszess auf und es entleert sich Eiter, bei Verbindung des Abszesses mit dem Analkanal über Entzündungsgänge, sogenannte Fisteln, kann es auch zu Eiter- und Blutaustritt über den Anus kommen.

  • Untersuchung

    Die fachärztliche Untersuchung ist sicher unangenehm, nicht nur wegen den Beschwerden sondern auch wegen der Scham. Es genügt jedoch meist ein geschulter Blick ohne eine weitere manuelle Untersuchung, um die Diagnose zu stellen. Ab und zu muss der Enddarm gespiegelt werden, was man bei Schmerzen aber unterlassen sollte. Wenn die Beschwerden es zulassen, gehört eine Austastung des Enddarms, eine Enddarmspiegelung und unter Umständen eine Ultraschalluntersuchung zur Routineabklärung dazu.

  • Behandlung

    Prinzipiell gibt es einen konservativen und einen operativen Therapieansatz. Die konservative Therapie durch alleinige Gabe von Antibiotika und Schmerzmitteln ist nur in Ausnahmefällen bei sehr kleinen Entzündungen/Abszessen oder nach einer spontanen Abszessperforation erfolgsversprechend. Wichtig ist hier die engmaschige ärztliche Kontrolle.

Operationen

  • In der Regel müssen Abszesse operativ versorgt werden.

    Die Entlastung und der damit verbundene Abfluss von Eiter führen zu einer sehr schnellen Beschwerdebesserung. Die Operation wird in Voll- oder Teilnarkose zumeist ambulant durchgeführt. Ab und zu muss eine Wunddrainage eingelegt werden, die unter Umständen einige Zeit in der Wunde verweilt. Die Wunde wird nicht verschlossen, damit kein neuer Abszess entstehen kann.

  • Kontrolle / Nachsorge

    Nach der Operation muss die Wunde 1-2 mal am Tag ausgeduscht werden, damit die Wundregion möglichst sauber bleibt. Dies wird häufig durch die Spitex übernommen. Kleinere Blutungen sind nach einem Eingriff in entzündetem Gewebe normal und müssen keine Sorgen bereiten. Schmerzen sind ebenfalls normal, daher sollten die verordneten Schmerzmittel grosszügig eingenommen werden. Ein weicher Stuhlgang erleichtert natürlich auch die Zeit der Heilung, wenn der Abszess in direkter Nähe zum Anus lag. Die Gabe von Antibiotika ist in der Regel nicht notwendig, kann aber bei einer ausgedehnten Umgebungsreaktion durchaus notwendig sein. Bei Problemen und Sorgen empfehlen wir, sich rechtzeitig zu melden, um Verunsicherungen früh aus dem Weg zu räumen. Ansonsten sehen wir unsere Patienten 4-6 Wochen nach der Operation zu einer Verlaufskontrolle in unserer Sprechstunde wieder.

Unsere Spezialisten

Leitender Arzt
Klinik für Viszeral- und Thoraxchirurgie

Prof. Dr. med. Michel Adamina

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Stv. Leitender Arzt
Klinik für Viszeral- und Thoraxchirurgie

Dr. med. Christian Gingert

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