Gesundheitsmythos


Kann ein Herz wirklich brechen?

JA. Trauer, Wut oder Angst können zu Herzproblemen führen.


Das männliche Herz schlägt im Laufe eines Lebens etwa 2,7 Milliarden Mal – das weibliche Herz sogar 3,3 Milliarden Mal. Es ist der Motor des Körpers und versorgt unsere Organe mit Sauerstoff, indem es pro Minute fast fünf Liter Blut durch unseren Körper befördert. So wichtig das Herz für unseren Körper ist, so viele Fragen kann es aufwerfen. Deshalb schaffen wir Klarheit – in 47 Spezialgebieten, wie beispielsweise der Kardiologie.

Das Syndrom des gebrochenen Herzens

Das Broken-Heart-Syndrom heisst in der Fachsprache Takotsubo-Syndrom. Es wurde erstmals 1990 von einem japanischen Forschungsteam beschrieben: «Takotsubo» bedeutet im Japanischen Tintenfischfalle. Das Syndrom bekam den Namen, da die linke Herzkammer in der Erkrankungsphase einem speziellen Tonkrug ähnelt, der in Japan zum Tintenfischfang benutzt wird. Die Symptome des Takotsubo-Syndroms gleichen denen eines akuten Herzinfarkts: plötzlich auftretende Schmerzen, Druck und Beklemmung in der Brust, extreme Angst, Schweissausbrüche, Kurzatmigkeit oder Atemnot sowie Herzstolpern oder Herzrasen.

Während rund 50 Prozent der von einem akuten Herzinfarkt Betroffenen männlich sind, ist das Takotsubo-Syndrom eine Krankheit, die hauptsächlich Frauen betrifft. Mehr als 90 Prozent aller Takotsubo-Patienten sind weiblich. Das Syndrom folgt oft auf ein starke Emotionen auslösendes Ereignis wie den plötzlichen Tod eines nahestehenden Menschen oder einen anderen einschneidenden Verlust.

Auch glückliche Herzen tun manchmal weh 

Das Takotsubo-Syndrom kann auch durch beglückende emotionale Momente ausgelöst werden. Dann spricht man allerdings nicht vom Broken-Heart-, sondern vom «Happy-Heart-Syndrom». Auslöser können zum Beispiel ein Lottogewinn, eine Geburt oder ein lang ersehntes Wiedersehen sein. Was sich vielleicht freundlicher anhört, ist nur eine andere Bezeichnung für dieselbe Krankheit.

Ist die Sauna oder das Eisbad schädlich für mein Herz?

Was für die einen Entspannung pur ist, ist für andere ein absoluter Schock. Den Körper in kurzer Zeit grossen Temperaturunterschieden auszusetzen, ist aber medizinisch gesehen kein Problem, sofern man gesund ist. Leidet man bereits unter Herzerkrankungen oder anderen mit Schockempfindlichkeit verbundenen Krankheiten, sollte dies ärztlich abgeklärt werden. Ansonsten gilt: Wer den Saunagang mit anschliessendem Sprint durch den Schnee oder einem Sprung ins Eisbad mag, kann ihn mit einem gesunden Herzen bedenkenlos unternehmen.

Kann ich ohne Bedenken Kaffee trinken?

Das Koffein im Kaffeekann den Herzschlag und auch den Blutdruck erhöhen. Das ist aber eher eine vorübergehende Auswirkung und bei regelmässigen Kaffeetrinkerinnen und Kaffeetrinkern selten. Studien haben gezeigt, dass Kaffee auf Menschen mit einem gesunden Lebensstil keine Auswirkungen hat. Selbst wer durchschnittlich fünf Tassen am Tag trinkt, hat dadurch kein nachweislich höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Herzrhythmusstörungen.

Es gibt sogar Hinweise darauf, dass Kaffee positive Auswirkungen auf die Lebensdauer haben könnte. Letztlich spielen bei den Auswirkungen von Lebensmitteln auf den Körper immer auch andere Faktoren eine Rolle. Deshalb empfehlen wir eine individuelle Abklärung durch die Hausärztin oder den Hausarzt, wenn Sie sich wegen Ihres Kaffeekonsums Sorgen machen.


Gut zu wissen

Für ein unbeschwertes Leben ist ein gesundes Herz von hohem Stellenwert. Regelmässige Untersuchungen, speziell ab dem 50. Lebensjahr, können Risiken aufzeigen. Denn die Gesundheit des Herzens hängt von verschiedenen Faktoren ab wie dem Lebensstil, der familiären Geschichte oder etwaigen Vorerkrankungen.