Bauchbeschwerden
Darminkontinenz ist keine Seltenheit

Darm- bzw. Stuhlinkontinenz

Von Darm- bzw. Stuhlinkontinenz sind beide Geschlechter aller Altersgruppen betroffen. Die gesellschaftliche Tabuisierung wirkt sich auf die Betroffenen zusätzlich belastend aus. Doch es gibt auch Mittel und Wege, mit der Krankheit umgehen zu können

Von Darm- bzw. Stuhlinkontinenz ist dann die Rede, wenn der Stuhlgang oder Winde nicht zurückbehalten werden können. Betroffene findet man in allen Altersgruppen, hauptsächlich aber im fortgeschrittenen Alter. Die Ursachen sind vielfältig: Verletzungen nach Geburten, entzündliche Darmkrankheiten, neurologische, sensorische, muskuläre oder psychische Störungen und Medikamentennebenwirkungen. Die Tabuisierung des Themas in der Öffentlichkeit wirkt sich auf Betroffene in vielerlei Hinsicht dramatisch aus.

Gespräch und Untersuchungen sind wichtig

Eine ausführliche Aufarbeitung des Beschwerdeverlaufs ist in Anbetracht der verschiedenartigen Ursachen äussert wichtig. Genauso wichtig sind die klinischen Untersuchungen, die mögliche Ursachen ausschliessen oder bestätigen helfen. Nebst der Suche nach einer strukturellen Störung des Darmes mittels Darmspiegelung steht die genaue Beurteilung der Schliessmuskeln im Vordergrund. Dies erfolgt mittels Ultraschall, in manchen Fällen mit einer besonderen Magnetfeld-Untersuchung (funktionelles MRI) sowie mittels Funktionsprüfung des Verschlussapparates (Manometrie).

Individuelle und gezielte Therapie

Je nach Ursache kann eine gezielte Therapie in die Wege geleitet werden. Zum Beispiel lassen sich entzündliche Veränderungen im Darmbereich medikamentös lindern oder beseitigen. Biofeedback und Physiotherapie können mittels gezielter Stärkung der Beckenbodenmuskulatur einen Beitrag dazu leisten, die Inkontinenz zu lindern. Bei neurologischen und strukturellen Ursachen kann eine minimal-invasive sakrale Nervenmodulation (SNM) die Muskeln anregen und dabei helfen, die benötigte Muskelkraft aufzubauen. Somit konnte die Rate der Operationen am Schliessmuskel selbst reduziert werden. Je nach Verträglichkeit lässt sich mit Medikamenten der Rhythmus der Stuhlentleerung besser steuern. Damit kann man unverhofften Entleerungen vorbeugen.

Hilfsmittel für viele Bedürfnisse

Es gibt eine Vielzahl von Hilfsmitteln, die sich an die individuellen Bedürfnisse und Möglichkeiten anpassen lassen. Eine sorgfältige Abstimmung der Hilfsmittel mit der individuellen Situation kann entscheidend dazu beitragen, die Lebensqualität zu steigern.