ÜBER DIE KLINIK
An der Augenklinik des Kantonsspitals Winterthur wurde am 11. Februar 1969 der erste Patient hospitalisiert. Erster Chefarzt war PD Dr. med. Ernst Landolt (1972 Prof.), der aus der Praxis in Winterthur berufen wurde. Zu Beginn behandelte Ernst Landolt zusammen mit einem Assistenzarzt vor allem stationäre Patienten mit einem der damaligen Zeit entsprechenden Schwerpunkt in der Strabologie. Auch Kataraktoperationen – damals noch intrakapsulär – wurden durchgeführt. Rund ein Drittel der Patienten waren Notfalleintritte, oft wegen perforierender Verletzungen, z.B. durch Windschutzscheiben.
Ab 1971 stand Ernst Landolt dann mit Dr. med. Ladislav Branda ein Oberarzt zur Seite. Daneben konnten die in der Stadt niedergelassenen Augenärzte ebenfalls die Ressourcen der Klinik nutzen. Im Jahr 1973 wurde eine Photoabteilung eröffnet und 1976 ein Xenonkoagulator zur Behandlung von Netzhauterkrankungen angeschafft. Ebenfalls 1976 wurde eine feste Stelle für einen Assistenzarzt bewilligt. Das Jahr 1981 brachte viele Neuerungen: am 1. Januar wurde ein Ambulatorium eröffnet, zu dessen Leiter Dr. Branda ernannt und gleichzeitig zum leitenden Arzt befördert wurde. Im gleichen Jahr wurde auch der erste Laser in Betrieb genommen und die erste Intraokularlinse implantiert. Schon vier Jahre später wurden mehr Kataraktoperationen mit IOL durchgeführt als intrakapsuläre.
Auf Ende März 1988 trat Prof. Landolt in den Ruhestand, und PD Dr. med. Martin Hatt (1994 Prof.) übernahm den Chefarztposten. Martin Hatt war vorher Chefarzt am Kantonsspital Frauenfeld. Mit seinem Amtsantritt wurden endlich eine dringend notwendige Modernisierung der ophthalmologischen Behandlungen am Kantonsspital eingeführt, die Liegezeiten drastisch reduziert und die ambulanten Operationen forciert. Insbesondere im Bereich der plastischen Chirurgie erreichte die Augenklinik einen weit über das normale Einzugsgebiet reichenden Ruf, und Martin Hatt versorgte zusammen mit seinen Oberärzten (Dr. Branda trat 1990 altershalber zurück) praktisch die ganze deutsprachige Schweiz. Entsprechend nahmen auch die Operationszahlen zu.
Im Jahre 1997 wurden mit einem sehr kleinen Team in 1,5 Operationssälen die erstaunliche Zahl von 1631 Eingriffen durchgeführt. In diese Zeit fällt auch die Umwandlung von stationären Betten in eine Tagesklinik, in der die ambulant operierten Patienten vor- und nach den Operationen betreut werden. Im Sommer 1998 erkrankte Martin Hatt schwer und starb 54-jährig am 23.12.1998 an einer bösartigen Erkrankung.
Von Juli 1998 bis August 1999 wurde die Klinik interimistisch von Dr. med. Rainer Adam geleitet, bis am 16. 8. 1999 PD Dr. med. Jörg Stürmer (2006 Prof.) den Chefarztposten übernahm. Jörg Stürmer war vorher als Oberarzt an der Augenklinik des Universitätsspitals Zürich tätig. Entsprechend dem Spezialgebiet des Chefarztes wandelt sich das Spektrum der Patienten, es werden immer mehr Glaukompatienten behandelt und auch operiert.
Entgegen dem allgemeinen Trend hat sich die Zahl der stationär behandelten Patienten stabilisiert. Ab Mitte 2002 werden alle stationären Patienten der Augenklinik im Departement Gynäkologie und Geburtshilfe hospitalisiert. Die frei gewordenen Räumlichkeiten erlauben die Schaffung von zusätzlichen Untersuchungszimmern für die inzwischen auf 3,7 Planstellen angestiegene Zahl der Oberärzte. Die Ausbildung junger Ophthalmochirurgen ist ein traditioneller Schwerpunkt der Augenklinik.
Mit steigenden Konsultations- und Operationszahlen wird die Augenklinik des Kantonsspital Winterthur im Februar 2009 bei guter Gesundheit ihr 40-jähriges Bestehen feiern.