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Therapie mit Radioisotopen
Verwendet werden im Gegensatz zur Diagnostik mit Gammastrahlen bei der Radionuklidtherapie vorzugsweise Betastrahler, die dank der kurzen Reichweite eine intensive Strahlenwirkung erzielen lassen im krankhaft veränderten Organ, unter grösstmöglicher Schonung der Umgebung und des übrigen Körpers. Innerhalb bestimmter gesetzlich vorgeschriebener Freigrenzen sind ambulante Behandlungen möglich, höhere Dosen erfordern den stationären Aufenthalt im Strahlenschutz-Einzelzimmer, welches mit Radio und Fernsehen ausgestattet ist, grundsätzlich kann alles mitgenommen werden, was der ablenkenden Beschäftigung dient.
Behandelt werden in erster Linie Überfunktionen und bösartige Neubildungen der Schilddrüse. Das hierfür geeignete 131-Jod besitzt eine Halbwertszeit des Zerfalls von 8 Tagen, der ausgeschiedene Urin wird deshalb in einem Abklingtank aufgesammelt.
Für den Patienten ist dosisabhängig generell eine Aufenthaltsdauer von 2 bis 5 Tagen vorzusehen, ambulante Radiojodbehandlungen sind nur niedrigdosiert beim M. Basedow möglich bis zu einer Aktivität von 5 Millicurie oder 200 Megabequerel bei 131-Jod.
Weitere Applikationsbeispiele sind die Gelenktherapien (Radiosynoviorthesen) bei Arthritis mit Einbringung von 90-Yttrium oder 169-Erbium direkt ins Gelenk zur Verödung des Entzündungsprozesses.
Fortgeschrittene Skelettmetastasierungen können intravenös durch einfache Injektionen von 153-Samarium-EDTMP ambulant behandelt werden. Dieses Radiopharmakon sammelt sich mit der entsprechenden Betastrahlung gezielt in befallenen Knochenregionen an und führt erfahrungsgemäss rasch zu Schmerzlinderungen, welche über Wochen bis Monate anhalten können, Wiederholungen sind grundsätzlich möglich. Die Indikation liegt vor allem bei Skelettschmerzen vor zur Verbesserung der Lebensqualität.
32-Phosphor ist als bewährtes Radiopharmakon weiterhin zur Einschränkung der Knochenmarksfunktion bei Polycythämia vera in Gebrauch.
Neu in der Anwendung ist die Radioimmuntherapie. 90-Yttrium-markierte Antikörper werden dabei zur Behandlung maligner Lymphome verwendet. |