Jenny Haltiner

Pflegefachfrau
Klinik für Radio-Onkologie
Mein Alltag
Ich schätze die Arbeit und den Umgang mit den onkologischen Patienten sehr.
Gerne nehme ich mir Zeit für Gespräche mit den Menschen. Als Pflegefachfrau kümmere ich mich um die Hautpflege, allgemeine Pflegetechniken wie Bluttransfusionen, Blutentnahmen etc. sowie den administrativen Bereich der Anmeldung.
Klinik für Radio-Onkologie FENSTER SCHLIESSEN

Die MTRA in der Radio-Onkologie

Die MTRA (Fachleute für medizinisch-technische Radiologie) in unserer Abteilung für Radio-Onkologie sind in vielen Funktionen spezialisiert. Sie sind verantwortlich für die eigentliche Verabreichung der Bestrahlung – einer Behandlung gegen Krebs. In unserer Abteilung arbeiten sie eng mit den Radio-Onkologen (Ärzte, die auf die Krebsbehandlung mittels Strahlentherapie spezialisiert sind) und den Medizinphysikern zusammen. Technische Präzision und ein genaues Augenmerk auf Details sind erforderlich, um die bestmögliche Bestrahlung zu planen und somit dem Patienten zu verabreichen.

 

Für jeden Patienten wird von den Radio-Onkologen ein individueller Therapieplan entsprechend seiner Diagnose und seines körperlichen Zustands erstellt und dem Patienten anschliessend erklärt. Der Planungsprozess beginnt schon in dem Moment, wo die MTRA vor dem Erstellen einer CT-Untersuchung den Patienten über den Planungsablauf aufklärt und ihn in der für die Bestrahlung bestmöglichen Position lagert. Sämtliche Parameter der Lagerung und der nun folgenden Aufnahmen werden von der MTRA auf das Genaueste dokumentiert. Die erstellten CT-Aufnahmen werden benötigt, um später einen Plan für die Bestrahlung zu errechnen.

 

Als nächstes definiert der Radio-Onkologe das zu behandelnde Tumorvolumen, die MTRA berechnet anschliessend verschiedene 3D-Bestrahlungspläne. Unterschiedliche Versionen werden vom Onkologen, dem Medizinphysiker und der MTRA begutachtet, wobei Rücksicht auf den best möglichen Behandlungsvorgang für den Patienten genommen wird. Nachdem der beste Plan von den Radio-Onkologen ausgewählt wurde, wird er von der MTRA vervollständigt. Er enthält alle Parameter für die Bestrahlung, inklusive der täglich zu verabreichenden Strahlendosis. Es folgt nun eine Qualitätssicherung, die von einem Physiker durchgeführt wird. Für den nächsten Schritt muss auch der Patient wieder anwesend sein. Eine MTRA koordiniert für ihn die Bestrahlungstermine, indem sie auch die eventuellen Termine für die Chemotherapie berücksichtigt.

 

Nun wird mit dem Patienten ein Termin am Simulator vereinbart, um das Bestrahlungsfeld einzuzeichnen und damit die letzten Details erfasst werden können. Aufgrund der Erfahrung im Umgang mit Tumorpatienten sind sich die MTRA bewusst, dass der Patient viele Fragen und Ängste hat. Sie erklären ihm, dass der Simulator keine Strahlensdosis verabreichen kann und er hauptsächlich dazu dient, um Verifikationsaufnahmen zu erstellen und anschliessend die Eintrittsstellen der Bestrahlungsfelder auf der Haut einzuzeichnen. Für das weitere Vorgehen werden alle Informationen elektronisch von einem Bereich zum nächsten weitervermittelt. In unserer Klinik wird überwiegend ohne Papier gearbeitet. Bilder und Daten können sehr einfach zwischen den Arbeitsstationen transferiert werden. Die MTRA müssen deshalb ein gutes technisches Verständnis aufweisen.

 

Von der Simulation bis zur ersten Bestrahlung gibt es eine kurze Pause, da nun zwei MTRA eine unabhängige Qualitätsprüfung der Bestrahlungsunterlagen vornehmen. Erst wenn mit dieser Prüfung alle Kriterien erfüllt sind, kann der Patient am Linearbeschleuniger behandelt werden.

 

Am Beschleuniger wird der weitere Ablauf wiederum erklärt und offene Fragen eingehend beantwortet. Es erfolgt die Lagerung des Patienten entsprechend der Parameter, wie sie ursprünglich festgelegt wurden. Die MTRA sind verantwortlich für die tägliche Bestrahlung und achten auf eine qualitativ sorgfältige Ausführung. Gleichzeitig dienen sie oftmals als Bezugspersonen für unsere Patienten, die meist über mehrere Wochen zur Therapie kommen. Die MTRA schätzen das enge Verhältnis, das sich in dieser Zeit zwischen Patienten und MTRA entwickelt, als Bereicherung ihrer täglichen Aufgaben.

 

Es sind noch viele andere Tätigkeiten, die die MTRA in der Onkologie auszuführen haben. Durch die verschiedenen Bereiche und die Vielfältigkeit der Möglichkeiten ist dieser Beruf sehr anspruchsvoll gestaltet. Durch die immer schneller fortschreitende Entwicklung ist ein kontinuierlicher Lernprozess erforderlich, um den Patienten die beste Behandlung anbieten zu können. Letztendlich sind sie vor allem für die Patienten da und bieten Ihnen die bestmögliche Hilfestellung und Unterstützung auf dem Behandlungsweg.



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